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Zuckersucht

 

 

Nach dem Zucker  Essen

Seit 2005 lebe ich also ohne Zucker und fühle mich in jeder Hinsicht wie ein anderer Mensch. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass ich mein Leben kurz vor meinem 50. Geburtstag zurückbekommen habe. Es ist wunderschön, eine für andere ganz einfache und selbstverständliche Sache tun zu können: Vom Sitzen aufzustehen ohne schwindelig zu werden und ohne dass mir schwarz vor den Augen wird. Ganz zu schweigen davon, dass sich meine Persönlichkeit zum großen Teil verändert hat. Und es ist schön, nicht mehr Kleider in vier bis fünf Größen im Kleiderschrank haben zu müssen. Erstens musste ich immer mehr Kleiderschränke als normal haben, um Platz für alle Kleider zu schaffen. Zweitens war viel Planung und Anprobieren nötig, als ich länger als eine Woche verreisen wollte: dann musste ich Kleider in zwei-drei Größen mitnehmen, weil ich während der Reise immer mindestens eine Größe entweder zu- oder abnehmen würde, und am Ende konnte ich nie dieselben Kleider wie am Anfang anhaben.

Nie mehr darf ich Zucker essen, weder sichtbaren noch unsichtbaren Zucker. Das gilt für alle raffinierten Lebensmittel, also auch Weizenmehl, sowie auch Süßungsmittel und Honig. Für uns Zuckerempfindliche reicht es nämlich, dass etwas süß schmeckt, damit in unserem Gehirn dieselben Reaktionen wie vom Zucker ausgelöst werden. Früchte soll ich auf zwei Stück pro Tag maximieren und sehr süßes Obst, wie Weintrauben, ganz vermeiden. Auf Alkohol und Kaffee muss ich verzichten. (Alkohol ist der am stärksten raffinierten Zucker, den es gibt.) Nichts Suchterzeugendes (eine Sucht führt oft zu einer anderen), nichts Zentral­stimulierendes, keine schnellen Kohlenhydrate. Kaffee und Kuchen sind für mich nicht mehr zwei Genussmittel, sondern zwei Drogen. Sozial akzeptierte Drogen, aber doch Drogen. Wenn ich irgendwo vorbeilaufe, wo es nach Kaffee und Zimtschnecken riecht, muss ich die Nase zuhalten; es ist eine Qual, am selben Tisch zu sitzen wie Leute, die Torte essen; wenn ich Leute Eis essen sehe, schaue ich weg; und wenn jemand neben mir in der U-Bahn anfängt, Süßigkeiten zu essen, suche ich mir einen anderen Platz aus.

 

Kaffee

Schnecke

 

Streng genommen gibt es nur zwei Sachen, die ich uneingeschränkt und ohne Nachwirkungen essen und zwei Sachen die ich trinken kann: Gemüse und vegetarisches „Fleisch“ (Tofu, Soja etc. - ich bin Vegetarierin), sowie Wasser und Tee (außer Schwarztee, der zu viel Koffein enthält). Zuckerfreie Säfte sind nicht empfehlenswert einfach deswegen, weil ich maximal zwei Früchte pro Tag essen soll, und für ein einziges Glas Saft werden mehrere Früchte verbraucht. Außerdem enthält ein Stück Obst mehr Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe als der gepresste Fruchtsaft, und das bedeutet, dass sich der Blutzucker nach einem ganzen Obststück langsamer erhöht als nach dem Saft vom selben Obststück. Darüber hinaus ist es nach EU-Standard erlaubt, Fruchtsäfte eine kleine Menge Zucker (höchtens 15 Gram/Liter) hinzuzufügen ohne dies anzugeben.

Ein paar Mal nachdem ich mit Zucker aufgehört hatte, hatte ich es sehr eilig und hatte Riesenhunger, und dann habe ich doch eine Pizza aus Weizenmehl gegessen, aber das ging nicht ohne Nachwirkungen. Einmal habe ich zum Mittagessen eine ganze Banane in Scheiben geschnitten und auf eine Pizza gelegt, und das war offenbar über die Grenze. Nach ein paar Stunden war ich wie niedergeschlagen, musste mich hinlegen und konnte den ganzen Tag nicht mehr aufstehen. „Gekeult“ nenne ich diesen Zustand, also „wie mit einer Keule zusammengeschlagen“. Früher war dies ein häufiger Zustand, seit 2005 habe ich ihn nur dieses eine Mal erlebt.

Wenn Nahrungsmitteln oder Getränke unerwartet Zucker enthalten, spüre ich dies nunmehr sofort. Z. B. habe ich einmal gekauftes Wasser mit ein wenig Orangengeschmack getrunken, und nach einem einzigen Schluck (!) schwoll der Bauch so an, als ob ich im sechsten Monat war. Und jawohl, als ich das Inhaltsverzeichnis auf dem Etikett genau durchgelesen habe, stand kleingedruckt „Zucker“ da.

 

Weiterlesen:

 

Seite 1: Ich bin zuckersüchtig →

Seite 2: Zucker wirkt wie jede andere Droge →

Seite 3: Zucker in Lebensmitteln →

Seite 4: Was Zucker bei mir bewirkt hat →

Seite 5: Nach dem Zucker

Seite 6: Meine Kost →

Seite 7: Der Rückfall →

Seite 8: Lesetipps →

 

 


 

Madeleine 

 

 

© 2007-2017 Madeleine Midenstrand — Aktualisiert am 15.09.2014