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Zuckersucht

 

 

Meine Kost

Zusätze  Zusätze

In Büchern über Zuckersucht und Kost habe ich notiert, dass eben die Produkte, die als abschreckende ungesunde Beispiele erwähnt werden (nicht nur Süßigkeiten sondern auch Lebensmittel), meine absolute Favoriten waren. Allmählich habe ich verstanden, dass ich nicht nur Zucker/Kohlenhydrate/dem süßen Geschmack hinterhergelaufen bin, sondern auch Zusätze. Ich habe nämlich auch Produkte geschlemmt, die weder Zucker noch Weizenmehl, Gewürze, Stärkemehl, Fette, Koffein oder andere „Drogen“ enthalten. Ein gutes Beispiel ist das schwedische Getränk Fun Light, das nicht anderes enhält als Wasser und Zusätze (!). In einem schwedischen Buch über Zusätze wird es „recht scheußlich in seiner chemischen Zusammensetzung“ genannt, und dieses Getränk habe ich jeden Tag sieben-acht Jahre lang in mich reingeschüttet, bis 2005. So süchtig war ich danach, dass einige Kursteilnehmer von mir sein Auto damit voll laden mussten, als sie mit dem Auto nach Schweden in Urlaub fuhren, weil es dieses Getränk in Deutschland nicht gab und ich so viele Flaschen mit dem Flug nicht mitschleppen konnte.

Als ich das Buch über Zusätze gelesen hatte, habe ich angefangen, möglichst viele Arten von Zusätzen zu vermeiden. Beispielsweise hatte einige Jahre lang aromatisierter Tee als Ersatz für Fun Light und Limonade funktioniert. Ich habe nachgeschaut, wie viel Zitrone der Zitronentee, den ich jeden Morgen trank, enthalten hat: es war 1 %! Meine andere Teesorten haben gar keine richtige Früchte enthalten, sondern nur Aroma. Deswegen habe ich angefangen, naturellen grünen und roten Tee zu kaufen und ihn selber zu würzen, mit Zitrusschalen, Obststücke, Beeren, Gewürzen, Kokosflocken, etc. (Ich mache nie nur eine Tasse Tee, sondern immer eine Kanne.) Am Anfang fand ich meinen Tee nicht so lecker wie der gekaufte aromatiserte Tee, aber jetzt wenn sich die Geschacksknospen daran gewöhnt haben, finde ich ihn superlecker. Aromatisierter Tee schmeckt jetzt Parfüm.

Was esse ich denn?  Möhre

Da ich Vegetarierin und jetzt auch Zöliakierin bin und außerdem am liebsten auf Tiermilchprodukte verzichte, ist meine Kost ziemlich eingeschränkt: keine Tiere, kein Zucker, keine Süßstoffe, nicht zu viele Früchte und Beeren, keine raffinierten Lebensmittel, kein Alkohol, kein Kaffee, kein Schwarztee, kein Gluten, keine Tiermilchprodukte. Oder, wie ich es zusammenzufassen pflege: glutenfreie, zuckerfreie Vegankost. Zu Hause geht es ausgezeichnet, aber sonst ist es so beschwerlich, dass ich oft mein eigenes Essen mitbringe. In Caféen und Restaurants habe ich schmerzhaft erfahren müssen, dass die meisten vegetarischen Gerichte Gluten und/oder Milch enthalten. Es sind Pastagerichte, Bulgur, Tarten/Quichen, belegte Brote, Joghurt, Käse... Im Ausland gibt es oft null und nichtig zu essen. Die Situation wurde unhaltbar. Als ich Lars getroffen habe, war er Fleischesser, und ich habe ihm einen Kompromiss vorgeschlagen: wenn er mit Fleisch aufhören würde, würde ich anfangen, Fisch zu essen. Er war einverstanden. Jetzt wenn ich also auch Fisch esse, gibt es meistens zumindest ein Gericht auf der Speisekarte, das ich essen kann (falls der Fisch nicht paniert ist).

Ich esse vier bis fünf Male am Tage, drei Hauptmahlzeiten plus Zwischenmahlzeiten. Am Morgen immer Haferbrei mit ein wenig Himbeeren und Blaubeeren darauf, und dazu ein Sojagetränk ohne Zucker oder Züßungsmittel. Im Übrigen: alle Gemüse und Wurzelgemüse – die Auswahl ist riesig. Alle Arten von Bohnen – es gibt viele und spannende Sorten in den Lebensmittelregalen! – und andere Hülsenfrüchte. Soja, Tofu, Quorn (aber Quorn enhält Zusätze, hm...), und Kichererbsen, die zu meinem Lieblingsessen gehören. Linsen – ich mag die schwarzen am besten. Eier von Hühner in Freilandhaltung – sättigend, nährstoffreich und lecker. Pilze. Vollkornprodukte: Naturreis, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen... Kartoffeln und Brot in mäßigen Mengen. Verschiedene Zwiebelsorten. Papadam, aus Linsenmehl gemacht und folglich proteinreich, in der Pfanne ohne Öl gebraten - lecker! Nüsse, Samen und verschiedene Ölsorten. Zwei-drei Früchte pro Tag. Naturelle, zuckerfreie Soja- und Hafergetränke. Tee und Wasser. Und Fisch, wie gesagt.

Wenn ich ausschließlich Kohlenhydrate als Zwischenmahlzeit esse, beispielsweise nur eine Frucht, spüre ich es. Wenn ich sie mit Protein ergänze (z. B. Sojajoghurt oder einem Sojagetränk) geht es ausgezeichnet. Die Ausnahme ist Grapefruit, weil Grapefruits nicht die Rezeptoren für süß, sondern die Bitter-Rezeptoren ansprechen. Grapefruit ist die allerbeste Frucht für mich.

Es ist bemerkenswert zu spüren, wie sich die Geschmacksknospen verändern und an neuen Sensationen gewöhnen. Essen, das ich vorher gar nicht als süß wahrgenommen habe, schmeckt nun nach den reinen Süßigkeiten, beispielsweise Apfelsinen. Und vorher fand ich Gemüse ohne viele Gewürze geschmacklos, jetzt finde ich es lecker genau so wie es ist. Auch der Geruchssinn verändert sich. Ich habe immer gefunden, dass Leute die Alkohol getrunken haben nach Alkohol riechen, jetzt finde ich, dass sie nach Zucker stinken.

Vor einigen Jahren wohnte ich einen Monat lang in einer WG mit einem Mann, der genau das gleiche Essen schlemmt wie ich vorher und 125 Kilo wiegt. Er hat meinen Teller angeschaut und gesagt: „Ja, das sieht ja lecker und gesund aus, ich würde mir jedoch ein bisschen mehr Abwechslung wünschen!" Im schwedischen Buch "Optimal viktminskning" („Optimal Gewichtsabnahme“) schreibt die Autorin Anki Sundin folgendes über Abwechslung: „Was mit der Aufforderung 'essen Sie abwechslungsreich' gemeint wird, ist, dass unsere Kost durch eine smarte Zusammensetzung von Lebensmitteln alle die notwendigen Vitaminen, Mineralien und andere Nährstoffe enhalten soll, nicht notwendigerweise, dass wir die Kost selber mehrmals täglich variieren sollen.“ Und wovon lebt dieser Mann? Von Zucker, Weizenmehl und Fetten. Wer von uns hat also geschmackreich und abwechslungsreich gegessen, er oder ich?

 

Mittagessen

Mittagessen.

 

Weiterlesen:

 

Seite 1: Ich bin zuckersüchtig →

Seite 2: Zucker wirkt wie jede andere Droge →

Seite 3: Zucker in Lebensmitteln →

Seite 4: Was Zucker bei mir bewirkt hat →

Seite 5: Nach dem Zucker →

Seite 6: Meine Kost

Seite 7: Der Rückfall →

Seite 8: Lesetipps →

 

 


 

Madeleine 

 

 

© 2007-2017 Madeleine Midenstrand — Aktualisiert am 15.09.2014